Eggnog

Ja ist denn schon wieder Weihnachten?

Abhängig davon, wann du das hier liest: vielleicht.
Bei uns steht gerade Ostern ins Haus und wenn Eierlikör zu dem Frühlingsfest passt, dann passt Eggnog auch. Habe ich mir zumindest so gedacht.
Eierpunsch, das können die Briten und Amerikaner echt besser als die Deutschen. Diese Plörre, die man von unseren Weihnachtsmärkten her kennt, kann ich nicht mehr trinken, seitdem ich Eggnog kenne. Aber es gibt schlimmeres. Wofür würde die Thermoskanne erfunden? Eigentlich trinkt man Eggnog im Gegensatz zu Eierpunsch zwar kalt, aber wenn man ihn vorsichtig unter rühren leicht erwärmt, geht das auch gut.
Mich plagt ein wenig das schlechte Gewissen, in Corona-Zeiten Rezepte für alkoholische und hochkalorische Getränke zu veröffentlichen. Ich fürchte, dass einige von uns eh übergewichtig und alkoholabhängig aus der Isolation kommen – so sie es denn nicht schon vorher waren. Wenig Bewegung in den eigenen vier Wänden, Google Hangouts mit Wein, Bier und Mischgetränken… Aber lassen wir das. Ich will hier ja keinen gesellschaftskritischen Blog schreiben. Nur so viel: Drink responsibly! Und der Eggnog schmeckt sogar noch gut, wenn man den Rum weglässt.
Die Zubereitung ähnelt der einer Crème Anglaise. Ähnlichkeiten zur Eiscreme-Basis sind daher nicht zufällig. Wie bei allen emulgierten Saucen, Crèmes, Custards und eben auch beim Eggnog bin ich sehr froh, auf meine Küchenmaschine zurückgreifen zu können. Mit der eingebauten Induktion ist die Kenwood Cooking Chef Gourmet perfekt für diese Aufgabe gemacht. Ich gebe mir aber auch hier Mühe das Rezept so zu schreiben, dass es ohne funktioniert. Irgendwann schreibe ich euch auch mal mehr zu der Maschine. Ich bin großer Fan.
Das Ausgangsrezept für diesen Beitrag ist der „Amazingly Good Eggnog“ von allrecipes.com, ich habe jedoch an den Gewürzen noch ein bisschen geschraubt, da ich finde, dass er sein volles Potential im Original nicht ausschöpfte.

Ca. 416 kcal pro Glas (200 ml)
Ergibt ca. 3 Liter, also ausreichend Flaschen zum Abfüllen vorbereiten!

Zutaten

  • 1400 ml Vollmilch
  • 10 Nelken, ganz
  • 1/2 Vanilleschote (ich nehme die andere Hälfte, um Vanillezucker zu machen – oder mache gleich die ganze rein, wenn mir danach ist)
  • 1 Zimtstange
  • 12 Eigelb
  • 300 g Zucker
  • 600 ml dunkler Rum (40% vol, habe auch mal 54% probiert – war etwas zu heftig)
  • 600 ml Sahne
  • Muskat, frisch gerieben

Zubereitung

Die Vanilleschote längs halbieren und das Mark auskratzen. 1l Milch mit der Zimtstange, den Nelken, dem Vanillemark und der ausgekratzen Schote bei mittlerer Hitze in einem Milchtopf min. 15 Minuten köcheln. Dabei ständig rühren.

In der Zwischenzeit die Eier trennen und die Eigelbe und Zucker mit dem Schneebesen in einer hitzefesten Schüssel bei mittlerer bis hoher Geschwindigkeit schön schaumig rühren. Das muss richtig fluffig sein.

Das Eigelb muss richtig schön schaumig geschlagen werden und „Bänder“ formen, wenn es runter tropft.

Die Milch durch ein Sieb gießen, um Nelken, Zimtstange und Vanilleschote zu entfernen.
Nun werden die Eier temperiert. Dafür bei ständigen Rühren die heiße Milch im feinen Strahl langsam zur Eimasse zufügen. Wenn die gesamte Milch unter die Eier gerührt ist, muss die Mischung zurück in den Topf und auf den Herd.

Nun bei konstantem Rühren ca. 5 Minuten etwas andicken lassen. Die Temperatur des ganzen sollte dabei um die 75 Grad liegen. Vorsicht! Sonst gibt es Rührei. Wenn man einen Löffel eintaucht, dann seinen Finger auf der Rückseite des Löffels durch die Flüssigkeit zieht, sollte der Streifen stehen bleiben. Vom Herd nehmen und ca. eine Stunde abkühlen lassen- Anschließend den Rum, die restliche Milch, Sahne und eine große Prise Muskat einrühren, umfüllen und kalt stellen.

Eggnog wird in der Regel kalt getrunken, kann aber auch unter Rühren leicht erwärmt werden. Zum Servieren im Becher noch etwas frisch gerieben Muskat oben drauf. Wer mag kann auch eine Sahnehaube aufsetzen oder das Eiweiß steifschlagen und vor dem Servieren unterheben. Das macht z.B. Sinn, wenn man es auf einer Party aus einem Bowle-Gefäß serviert. Ich bin kein großer Fan davon.

Ich möchte hier keine verbrieften Angaben zur Haltbarkeit machen, aber heiß abgefüllt und gut verschlossen, sind da schon ein paar Tage drin – vorsichtig ausgedrückt. Die Eier wurden durch das Erwärmen eigentlich pasteurisiert, was die Verzehrbarkeit verlängert.
Ich sage mal so: ich habe eine Flasche im Kühlschrank, die schon einige Wochen (ungeöffnet) dort steht und ich denke, ich werde mich da mal ran wagen…