Linguine con Frutti di Mare

Wenn der Winter mal wieder zu lang und der Sommer(-Urlaub) in weiter Ferne scheint, mache ich mir Linguine con Frutti di Mare. Das ist Sonne auf dem Teller. Dann sitze ich sofort im Kopf an der italienischen Küste und genieße das Leben.
Aufmerksame Leser werden es schon erkannt haben: dieses Rezept begrüßt euch auf der Startseite. Seine Zutaten zumindest. Es ist nun mal eines meiner absoluten Lieblingsessen. Ich will hier keine große Pasta-Marken-Diskussion oder eine selbige über Dosentomaten anfangen. Ich habe hierzu meine Meinung, du deine und das ist auch gut so. Ich mag zu diesem Ragu am liebsten Linguine, auch wenn sich eine kürzere, voluminösere Pasta wie z. B. Campanelle vermutlich besser eignet, um die Meeresfrüchte „einzufangen“. Und ja, ich mag die Pasta von Academia Barilla, ebenso wie die von La Molisana und De Cecco (keine Werbung). Alle eint, dass sie eine raue Oberflächenstruktur haben, an der die Sauce gut haften bleibt.
Bei den Tomaten nehme ich gerne die Kirschtomaten von Cirio; zum Einen, weil sie etwas mehr Süße mitbringen und das besser mit der Säure des Weißweins korrespondiert, zum Anderen halten sie besser die Form und geben dem Gericht dadurch eine bessere Textur als z. B. Polpa, die zu einem Brei zerfällt.

Zutaten

Für vier Portionen

  • 500 g Linguine
  • 500 g Frutti di Mare, frisch oder tiefgefroren
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1-2 Dose Kirschtomaten
  • ca. 100 ml trockener Weißwein
  • 1/2 Bund glatte Petersilie
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 El Butter
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

Gegebenenfalls die Meeresfrüchte rechtzeitig aus dem Eisfach holen und vollständig auftauen lassen.

Den Knoblauch schälen und fein hacken. Die Petersilie waschen und ebenfalls hacken (aber nicht zu fein und mit wenig Druck), zuvor aber einige Blätter zur Dekoration zur Seite legen.

Die Pasta in einem Topf bissfest kochen.

In einer sehr großen Pfanne mit hohem Rand (oder z. B. einem Bräter – ich liebe hierfür meine Cocotte von Staub), das Öl bei mittlerer bis hoher Temperatur erhitzen und die Meeresfrüchte dazu geben. Erstmals vorsichtig salzen. Wenn etwas Feuchtigkeit verdampft ist, die Butter zufügen und den Knoblauch darin kurz anschwitzen. Mit Weißwein ablöschen. Sobald der Weißwein fast verkocht ist, es also nicht mehr alkoholisch riecht, wenn man mit der Nase über dem Herd ist, die Tomaten hinzugeben und leicht andrücken, so dass sie alle aufplatzen. Sonst kommt es beim Essen später zu bösen Überraschungen. Den Herd unter der Sauce runter drehen.

Wenn die Linguine kurz vor al dente sind, sie mit einer Zange aus dem Kochtopf direkt zu den Meeresfrüchten geben. Wenn dabei etwas Kochwasser mitkommt – das ist Absicht. Mit einer Tasse etwas Kochwasser abschöpfen, bevor man es entsorgt. Evtl. brauchen wir es noch.

Pasta und Sauce mit der Zange vorsichtig vermengen, dabei die gehackte Petersilie unterheben. Klebt die Sauce gut an der Pasta sind wir fertig und brauchen nur noch abschließend pfeffern und nach Geschmack salzen. Wenn nicht, geben wir auch noch etwas Nudelwasser hinzu. Die darin gelöste Stärke, die beim Kochen aus der Pasta ausgetreten ist, sorgt dafür, dass die Sauce abbindet. Wie bei Industrie-Saucenbinder, nur besser.

Auf großen Tellern anrichten und mit Petersilie dekorieren.

Bon Appétit!

P.S.: Der Italiener an sich würde niemals Meeresfrüchte mit Parmiggiano Reggiano kombinieren. Man gut, dass ich keine Italienerin bin.